Ein Gedanke aus dem Neurobiologie-Workshop von Imke Urmoneit wirkt noch immer in mir nach:
Beschämung gehört zu den schmerzhaftesten Gefühlen, die Menschen erleben können.
Schamforscherinnen und Schamforscher beschreiben Scham als ein Gefühl, das nicht sagt: „Ich habe etwas falsch gemacht.“ Sondern: „Mit mir stimmt etwas nicht.“
Genau darin liegt ihre zerstörerische Kraft.
Wenn Kinder beschämt werden – durch Worte, Blicke, Vergleiche oder öffentliches Bloßstellen – erleben sie nicht nur einen unangenehmen Moment. Sie erleben einen Angriff auf Zugehörigkeit, Selbstwert und Sicherheit.
Neurobiologisch betrachtet brauchen Kinder etwas anderes.
Sie brauchen sichere Beziehungen.
Sie brauchen Erwachsene, die auch in herausfordernden Situationen in Verbindung bleiben.
Sie brauchen Räume, in denen Fehler Lernchancen sind und keine Bedrohung.
Eine Kita ist deshalb weit mehr als ein Bildungsort.
Sie ist ein sicherer Ort, an dem Kinder erfahren dürfen:
✨ Ich bin wertvoll, auch wenn mir etwas misslingt.
✨ Ich gehöre dazu, auch wenn ich gerade herausfordernd bin.
✨ Meine Gefühle dürfen da sein.
Was brauchen Kinder, um sich gesund entwickeln zu können?
Dabei wird eines deutlich:
Kinder entwickeln ihr Bild von sich selbst in Beziehung zu anderen Menschen.
Unsere Worte können zu ihren inneren Stimmen werden.
Unsere Haltung prägt ihr Selbstbild.
Unsere Reaktionen beeinflussen ihre Vorstellung davon, wie sicher die Welt ist.
Die entscheidende Frage ist nicht:
„Wie bringe ich das Kind dazu, sich anders zu verhalten?“
Sondern:
„Wie kann ich das Kind gerade in seinem Gefühl begleiten, damit es sich sicher, gesehen und angenommen fühlen kann?“
Denn Entwicklung wächst nicht aus Beschämung.
Entwicklung wächst aus Beziehung.
Aus Verbindung.
Aus dem Erleben, mit allem da sein zu dürfen.
Und vielleicht beginnt eine Kita als sicherer Ort genau dort:
Bei Erwachsenen, die nicht zuerst das Verhalten sehen, sondern den Menschen dahinter.
💛 Was bedeutet für euch eine Kita als sicherer Ort?
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